Erdäpfelgulasch

BLW-Rezept für Erdäpfelgulasch auf babyspeck.at, Babygerechtes Kartoffelgulasch mit frischen Tomaten und Würsteln, Baby led weaning
Saukalt ist es draußen, in Wien auch meistens nebelig und finster. Und da ist ein so wohlig-wärmendes Gericht wie unser Erdäpfelgulasch genau das Richtige. Es ist eines unser aller Leibgerichte. Der Babyhase holt sich meistens Nachschlag, wenn es bei uns Erdäpfelgulasch gibt.

Dieses Mal leider nicht. Denn passend zum Wetter war der Babyhase die letzte Woche krank: Fieber, Husten, Schnupfen. Das Erdäpfelgulasch hat es an dem Abend gegeben, bevor das Fieber gekommen ist. Als er es fast komplett verweigert hat, hatte ich schon böse Vorahnungen, die sich in der Nacht bewahrheiten sollten. Und deshalb packe ich die Gelegenheit beim Schopfe und schreibe mal über das Essverhalten meines Kleinkindes, wenn es krank ist – und was andere darüber denken. Wenn mein Kind krank ist, dann isst es nämlich nichts. Also sehr wenig und an manchen Tagen wirklich praktisch gar nichts. Ich denke mir immer, das ist ganz normal. Ich habe selber ja auch kaum Appetit, wenn es mir nicht gut geht. Wenn ich Fieber habe, was Gott sei Dank recht selten vorkommt, kann ich viele Fastentage hintereinander einlegen. Damit geht es mir einfach besser. Wenn ich dann nämlich esse, obwohl mir gar nicht danach ist, fühle ich mich hinterher hundeelend. Darum folge ich meinem Körpergefühl und lasse es einfach sein. Genauso wie mir selbst, möchte ich auch dem Babyhasen zugestehen, es selber am besten zu wissen. Wenn er wieder Appetit und Hunger hat, dann wird er auch wieder essen. Das war bisher immer so. Viele andere (Familienmitglieder, Freunde, ungefragte Dritte) machen sich da größere Sorgen und raten mir und ihm, viel zu essen, denn essen mache stark und helfe beim Genesungsprozess. Ich solle Hühnersuppe kochen, Grießkoch, Haferschleim, Reis und Fisch oder ihm einfach Schokokekse geben, so viel er will, damit er wenigstens irgendetwas zu sich nimmt. Kennt ihr solche Argumente auch? In meiner Kindheit zumindest waren sie weit verbreitet und man wurde bei Krankheit mit allen möglichen Köstlichkeiten versorgt, die man in dem Moment gar nicht schätzen konnte. Das Körpergefühl hat einfach das Gegenteil gesagt. Der Babyhase würde auch alles, was mit viel gutem Willen vorgeschlagen wurde, ablehnen. Sogar die Schokokekse.

Natürlich versuche ich, wenn der Zwerg krank ist, ihm Sachen anzubieten, die er gerne isst. Oder Dinge, die er sich bestellt. Wenn er aber wirklich nicht essen will, äußert er natürlich auch keine Wünsche. Es sind eigentlich immer nur zwei oder drei Sachen, die er mag, wenn es ihm nicht gut geht: Joghurt (mit oder ohne Banane), Apfelmus und frisch gepresster Obst-Gemüsesaft. Beim Saft wünscht er sich, wenn er krank ist, ausschließlich die Kombination aus Karotten, Orange und Roter Beete. Wenn er so genau weiß, was er will, dann höre ich auf ihn, denke ich mir und gebe ihm einfach, was er haben möchte. Das einzige, was mir Sorgen bereitet, ist, dass er auch sehr wenig trinkt. Er trinkt ohnehin nicht viel und wenn er Fieber hat, leider noch viel weniger. Das Trinken würde ich ihm schon gerne etwas schmackhafter machen, habe aber leider noch keinen Weg gefunden, der funktioniert. Ansonsten bin ich ganz beruhigt. Wenn der Babyhase auf dem Weg der Besserung ist, isst er auch wieder Erdäpfelgulasch und verlangt sicher auch Nachschlag.

Erdäpfelgulasch

Zutaten (für 3 Erwachsene und 1 Kleinkind):

  • 9oo g Erdäpfel/ Kartoffeln (vorwiegend festkochend)
  • 2 Tomaten (ca. 180 g)
  • 1 mittlere Zwiebel
  • 2 Knoblauchzehen
  • 1 El Tomatenmark
  • 2 Tl Majoran (getrocknet)
  • 2 gestr. Esslöffel Paprikapulver (edelsüß)
  • 750 ml leichte Rindsuppe (1 Tl Würze / Liter)
  • 1 Paar Würstel (z.B. Frankfurter / Wiener oder Debreziner)
  • 1 El neutraler Essig (z.B. Weißweinessig)
  • 4 El neutrales Pflanzenöl zum Braten (z.B. Raps- oder Maiskeimöl)

Zubereitung:

  1. Erdäpfel schälen und 3 cm große Stücke schneiden.
  2. Zwiebel schälen und fein hacken.
  3. Tomaten schälen. Dazu die ganzen Tomaten in eine Tasse oder hohe Schüssel legen, mit kochendem Wasser übergießen, bis sie gerade bedeckt sind, abdecken und 2-3 Minuten stehen lassen. Wasser abgießen und Schale abziehen.
  4. Tomaten aufschneiden, Kerne entfernen und Tomaten klein hacken.
  5. Öl in einem Topf erhitzen und Zwiebeln darin bei mittlerer Hitze glasig anschwitzen. Kartoffeln und Tomatenmark hinzufügen und kurz mitrösten (ca. 2 Minuten).
  6. Topf von der Hitze nehmen und Paprikapulver untermengen. Das Paprikapulver darf nicht mitrösten, da es dann bitter wird.
  7. Kurz durchrühren, mit Essig ablöschen und wieder auf den Herd stellen.
  8. Knoblauch hineinpressen und Tomaten und Majoran hinzufügen.
  9. Alles gut durchrühren und mit Rindsuppe aufgießen.
  10. Geschlossen ca. 20 Minuten köcheln bis die Kartoffeln weich sind.
  11. Würstel in Scheiben schneiden und 5 Minuten vor Kochende hinzufügen.
  12. Erdäpfelgulasch optional mit Salz und Pfeffer abschmecken und servieren.

Tipps:

  • Würstel: Wir haben das Erdäpfelgulasch mit leicht scharfen Debrezinern gemacht, weil sie dem Ganzen eine würzigere, intensivere Note verleihen. Der Babyhase isst gern leicht scharfe Gerichte, aber für Kinder, die das gar nicht mögen, empfehle ich die milden Frankfurter / Wiener.
  • Serviertipp: Am besten schmeckt uns das Erdäpfelgulasch mit einem Klecks Sauerrahm und einer Scheibe Schwarzbrot oder einer Semmel zum Tunken.
  • Probier doch auch unser Rezept für mildes Rindsgulasch!

2 comments on “Erdäpfelgulasch”

  1. Alexandra Antworten

    Liebe Iris! Ich gratuliere dir ganz herzlich zu deinem vertrauen in dich…in deinen sohn und in eure Körper und das Selbstbewusstsein gut gemeinte Ratschläge zu ignorieren! Ganz toll! Der Körper weiß was gut ist und beim gesund werden muss er hart arbeiten… Da ist verdauen müssen nur eine zusätzliche Belastung! Wegen dem trinken: wenn du ihm was anbietest wird er es nehmen wenn er es braucht… Die von ihm gewünschten säfte sind ja toll…nach tcm bauen diese Zutaten die durch fieber verbrauchten körpersäfte ideal auf…also karotte u rote rübe…orangensaft kühlt bei fieber …du siehst also… Der Kleine weiß Bescheid! Ein kleiner Tipp vielleicht… Tee mit einem kleinen halben Teelöffel honig…kamille bei fieber…käsepappel bei husten schnupfen etc…fenchel wenn er friert also vor fieber… Oder von sonnentor kutz kutz oder wie der heißt… Gut kommt auch an…tee mit einem schuss traubensaft… Alles alles liebe Alexandra

    • Iris Antworten

      Hallo Alexandra,

      danke für die Tipps mit den verschiedenen Tees. Ja, mit ein bisschen Honig süße ich sie eh immer, weil er dann eher trinkt. Komischerweise trinkt er mehr, wenn er gesund ist… Kamille bei Fieber war mir nicht bekannt. Das werde ich das nächste mal probieren (das kommt hoffentlich nicht so bald!)

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