Fruchtige Schupfnudeln

Fruchtige Schupfnudeln (babyspeck.at)

Jahrelang habe ich mich davor gescheut, Schupfnudeln zu machen. Ich dachte immer so ein Erdäpfelteig sei so viel Aufwand, das Schupfnudeln-Walzen dauere zu lange und außerdem hatte ich Angst, dass es nix wird. Dann hatte ich viel zu viele mehlige Erdäpfel und verwunderlicherweise auch viel zu viel Zeit und habe es einfach probiert. Und tadaaaaaaaaaaa: es war ganz einfach und so lange gedauert hat es im Endeffekt dann auch wieder nicht. schon hatten wir fruchtige Schupfnudeln auf dem Teller (ich habe aber auch keinen Wert darauf gelegt, dass sie perfekt ausschauen oder ganz gleichmäßig sind). Ich habe übrigens gleich eine Riesenportion gemacht, damit es sich auszahlt.

Schupfnudeln kann man ja super ein paar Tage im Kühlschrank aufbewahren und in einer Pfanne mit Öl oder Butter wieder erwärmen oder sie auch einfrieren. Aber so weit ist es gar nicht gekommen. Der Babyhase war nämlich mehr als begeistert. Er ist sowieso ein Mehlspeistiger und hat gleich eine große Portion davon verdrückt. Am nächsten Tag (einem Sonntag) hat er sie schon zum Frühstück wieder verlangt und dann auch wieder zu Mittag. Er hat im Endeffekt drei Tage lang bei zwei von drei Mahlzeiten diese Schupfnudeln gegessen und mich gestern gefragt, wann wir wieder einmal welche machen.

Schupfnudeln sind übrigens ein tolles Essen für kleine Babys ab 6 Monaten. Sie sind schön handlich und können auf von BLW-Anfängern gut festgehalten werden, weil sie aufgrund ihrer Konsistenz weder allzu leicht zerkrümelt noch zerquetscht werden können. Sie sind schön weich, sodass auch zahnlose Babys sie mühelos essen können und schon geschicktere und motivierte Zwerge können sie in Fruchtmus tauchen.

Die Schupfnudeln habe ich hier zwar als Süßspeise präsentiert, weil wir sie mit Fruchtmus gegessen haben, sie sind aber wie alle unsere Süßspeisen nicht gezuckert und können daher ohne das Rezept abändern zu müssen als herzhafte Speise genossen werden.

Mahlzeit wünscht euch

Eure Iris

Schupfnudeln

Zubereitungszeit: ca. 50 Minuten

Zutaten (für 4 Erwachsene und 1 Baby):

  • 900 g mehlige (!) Erdäpfel / Kartoffeln
  • 3 Eier
  • 50 ml neutrales Pflanzenöl (z.B. Raps-, Sonnenblumen- oder Maiskeimöl)
  • 300 g griffiges Mehl
  • Salz (optional)
  • Mehl zum Ausarbeiten

Zubereitung:

  1. Erdäpfel schälen, in 4-5 cm dicke Spalten schneiden und in einen Topf geben.
  2. Erdäpfel mit Wasser bedecken, Deckel auflegen und köcheln bis sie weich sind (je nach Sorte unterschiedlich, bei mir waren es 15 Minuten).
  3. Gekochte Erdäpfel abgießen und noch heiß durch die Erdäpfelpresse drücken (der Einfachheit halber auf die saubere, bemehlte Arbeitsfläche).
  4. Etwas auskühlen lassen und in der Mitte eine Grube machen.
  5. Eier und Öl in die Grube geben, mit Mehl bedecken, optional salzen und mit bemehlten Händen rasch zu einem glatten Teig kneten. Der Teig sollte weich, aber nicht mehr klebrig sein. Wenn er noch klebt, mehr Mehl hinzufügen. Wird er fest, eine kleine Menge Öl verwenden.
  6. Fertigen Teig zu einer langen, 4-5 cm breiten Rolle formen.
  7. Dünne Scheiben abschneiden und mit bemehlten Händen in den Handflächen zu Schupfnudeln rollen.
  8. In einem großen Topf Wasser zum Kochen bringen (optional salzen).
  9. Schupfnudeln portionsweise in das köchelnde Wasser gleiten lassen und warten bis sie aufschwimmen. Sie müssen genug Platz haben, um vom Topfboden nach oben steigen zu können. Ich hatte einen großen Topf und hatte nach 5-6 Durchgängen alle Schupfnudeln gekocht.
  10. Dann noch eine Minute köcheln lassen und mit einer Schöpfkelle aus dem Wasser holen.
  11. Abtropfen lassen und nach Belieben servieren (Rezept für das Fruchtmus siehe Tipps unten).

Tipps:

  • Fruchtmus: Ich habe die genauen Mengen für das Fruchtmus leider nicht aufgeschrieben, habe aber vom Verhältnis her 2/3 Äpfel und 1/3 Birnen, Zwetschken und Pflaumen gemischt verwendet. Ich habe das Obst in Stücke geschnitten (nicht geschält) und in einem hohen Topf mit 1 El Zitronensaft, 1 Sternanis und 1 cm Ceylon-Zimtstange zum Kochen gebracht, geköchelt bis das Obst weich war (ca.10 Minuten) und es dann püriert. Alternativ passt auch unser Apfel-Birnenmus gut dazu.
  • Salz: Als unser Baby noch ein BLW-Anfänger war, habe ich komplett auf Salz verzichtet. Wenn die Kinder aber älter werden und man schon salzt, empfehle ich auf jeden Fall sowohl den Teig als auch das Kochwasser zu salzen, auch wenn man die Schupfnudeln als Süßspeise essen will. Sie schmecken dadurch runder und voller. Wenn man Süßspeisen leicht salzt, braucht man für gewöhnlich weniger Zucker, bzw. hat nicht das Gefühl unbedingt zuckern zu wollen. Erdäpfelteig „verträgt“ übrigens etwas mehr Salz als z.B. Palatschinken, ein Schmarren oder auch Milchreis.
  • Wahl der Erdäpfel: Für das gute Gelingen des Erdäpfelteiges ist es unumgänglich die richtigen Erdäpfel zu verwenden – also mehlige (nicht vorwiegend festkochende), die z.B. auch für Püree geeignet sind. Sie klumpen nicht und der Teig wird schön homogen.
  • Variationsmöglichkeiten: Diese Schupfnudeln schmecken nicht nur mit Fruchtmus sondern auch als Mohnnudeln (nicht für Babys geeignet) oder z.B. in der Pfanne mit Butter und klein geschnittenen Äpfeln geschwenkt. Außerdem kann man sie als Beilage zu Fleischgerichten servieren oder herzhafte Schupfnudelpfannen damit zubereiten. Es lohnt sich also gleich mehr zuzubereiten und sie gegebenenfalls einzufrieren.
  • Für unterwegs: Schupfnudeln sind schön handlich und patzen nicht – ein perfekter Snack für unterwegs für die Kleinsten!
  • Gut vorzubereiten: Da die Zubereitung von Schupfnudeln doch ein bisschen Zeit in Anspruch nimmt, gleich eine große Menge davon zubereiten. Sie halten sich gut verschlossen einige Tage im Kühlschrank und können z.B. in der Pfanne ganz leicht wieder erwärmt werden. Wenn man sie leicht kross brät, schmecken sie herrlich. Außerdem kann man sie problemlos einfrieren und wieder auftauen.
  • Mehr Mehlspeisen ohne zugesetzten Zucker: Wenn ihr auch so gerne Mehlspeisen esst, dann probiert doch auch unsere Grießschnitten, den Apfelschober, den Reisauflauf, unsere Püreewölkchen oder den Hafermilchreis.

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