Ist mein Baby beikostreif?

Baby sitzt im Hochstuhl und isst Brokkoli - eine Animation zur Beikostreife von wir.agency für babyspeck.at

Animation von wir.agency

Ist mein Baby beikostreif? Diese Frage beschäftigt wohl alle Mamas und Papas, deren Babys interessiert am Esstisch „sitzen“ und ganz genau beobachten, was die anderen Familienmitglieder tun. Wenn das Baby dann auch noch aufgeregte Laute ausstößt, mit den Händen wedelt und nach den Dingen greifen will, die am Tisch liegen, sind viele Eltern überzeugt, dass die Zeit nun reif sei, mit fester Nahrung zu beginnen. Dabei ist dieses scheinbar unbändige Interesse am Essen der anderen nur eines von vielen Zeichen der Beikostreife und beileibe nicht das ausschlaggebende.

Ein Baby bezeichnet man als beikostreif, wenn folgende Punkte erfüllt sind:

  • Das Baby signalisiert deutlich Interesse am Essen der anderen. Es greift z.B. nach Essbarem, macht Kaubewegungen nach oder stößt aufgeregte Laute aus.
  • Das Baby kann seinen Kopf ohne Stütze selbst aufrecht halten.
  • Das Baby kann mit nur geringer Unterstützung stabil aufrecht sitzen. Es kippt mit dem Oberkörper nicht unkontrolliert nach vorne oder zur Seite.
  • Das Baby ist in der Lage Dinge selbstständig zu greifen und zum Mund zu führen.
  • Der Zungenstoßreflex ist ganz oder fast ganz verschwunden, sodass das Baby feste Nahrung nicht sofort wieder aus dem Mund befördert.

Wenn dein Baby all das „kann“, ist der Zeitpunkt gekommen, ihm seine ersten Bissen anzubieten. Die meisten Babys sind mit ca. 6 Monaten so weit – manche sind vielleicht ein bisschen früher dran, andere etwas später. Wie du mit Baby led weaning beginnen kannst, erfährst du im Beitrag „Wie funktioniert Baby led weaning?“. Die Reifezeichen gelten übrigens auch für Babys, die mit Brei gefüttert werden.

Das aufrechte Sitzen ist bei BLW unerlässlich, da in liegender oder halbaufrechter Haltung die Gefahr des Verschluckens besteht. Sollte dein Baby alle Anzeichen der Beikostreife erfüllen, aber noch nicht wirklich gut sitzen, kannst du es anfangs auf deinen Schoß nehmen und so am Familientisch teilnehmen lassen. Dann ist sein Oberkörper aufrecht wie im Hochstuhl, die Wirbelsäule wird aber nicht unnötig belastet.

Ich wollte mit Baby led weaning eigentlich auch warten, bis der Babyhase 6 Monate alt war. Mit 5,5 Monaten hatte er alle Beikostreifezeichen erfüllt, nur beim Sitzen war ich mir nicht so sicher. Aber er wollte nicht länger warten. Er hat sich meine Banane geschnappt, die ich während des Stillens essen wollte, und sie genüsslich verspeist. Schließlich hat mir unsere Physiotherapeutin das OK gegeben, dass er auch stabil genug sitzen konnte, um ihn in den Hochstuhl zu setzen. Meine eigenen Pläne wurden also wiedermal komplett durcheinander geworfen und schneller als mir lieb war, war der Babyhase ein BLW-Anfänger.

Die meisten Babys zeigen in diesem Alter allerdings noch wenig Interesse am Essen bzw. erfüllen sie außer des Interesses noch keine anderen Reifezeichen. Viele Eltern können es aber kaum erwarten, bis es so weit ist und beginnen mit der Beikost noch bevor das Baby wirklich reif dafür ist. Oftmals beginnt der Beikoststart dann nicht als spannende Reise sondern als frustrierender Kampf: „Mein Baby will nicht essen“. Deshalb ist es besser noch etwas zu warten und dem Baby die Zeit zu geben, die es braucht. Die meisten neugierigen Zwerge sind auch mit einem Löffel in der Hand zum Erkunden und Spielen vollauf zufrieden.

6 comments on “Ist mein Baby beikostreif?”

  1. Denise Strobel Antworten

    Habe heute eure Seite entdeckt und bin begeistert.
    Danke für die tollen Tipps und Rezepte.
    Unsere Maus ist jetzt 6 Monate und zeigt noch gar kein Interesse am Essen.
    Sitzen tut sie auch noch nicht sicher weshalb wir mit dem beikost Start noch warten werden.
    Was meinst du ab wann sollen wir ihr trotz mal probeweise zb ein Gemüse Stick in die Hand geben?
    Sie entwickelt sich sonst prima und nimmt gut zu.

    Vielen Dank

    Liebe Grüße
    Denise

    • Iris Antworten

      Liebe Denise,

      wir freuen uns, dass dir unsere Seite so gut gefällt! Deine Frage ist aus der Ferne nicht leicht zu beantworten. Wann genau du mit der Beikost beginnen sollst, kann ich dir natürlich nicht sagen. Aber ich kann dir natürlich ein paar Tipps geben (vielleicht setzt ihr eh ohnehin schon einiges davon um).
      Babys entwickeln sich oft wahnsinnig schnell und von einem Tag auf den anderen zeigen sie Interesse an Dingen, die sie scheinbar vorher noch gar nicht interessiert haben. Hilfreich ist normalerweise auch, wenn dein Baby an den gemeinsamen Mahlzeiten teilnehmen kann. Das heißt, dass es z.B. mit am Tisch sitzt – entweder auf dem Schoß oder in einer Wippe, damit es auf den Tisch sehen und beobachten kann, was da so passiert.
      Es muss auch nicht sein, dass du etwas in die Hand gibst. Ich hatte z.B. meine Tochter, die jetzt 7,5 Monate alt ist, immer wieder auf dem Schoß, wenn ich zwischendurch Obst gegessen habe. Ich hatte einen Teller voller Mandarinenspalten vor mir und irgendwann hat sie einfach zugegriffen. Das hat ihr so gut gefallen, dass ich von da an öfter Obst mit ihr gegessen habe und sie sich selbst bedienen konnte. Meistens hat sie sich ganz neugierig zu mir umgedreht und geschaut, was ich mit meinem Essen mache. Dann hat sie mich manchmal nachgeahmt, manchmal auch nicht. Das waren unsere ersten gemeinsamen Mahlzeiten und so ist sie auch draufgekommen, wie das mit dem Essen funktioniert. Seit sie sitzen kann, ist sie bei allen Mahlzeiten im Hochstuhl mit dabei.

      Ich hoffe, dass ich dir damit irgendwie helfen konnte.
      Alles Liebe
      Iris

  2. Anna Kromer Antworten

    Ich bin gerade so froh, diesen Beitrag gefunden zu haben. Mein Kleiner erfüllt seit mehr als 2 Wochen die Beikostreifezeichen und ist jetzt 25 wochen alt. da er so reges interesse zeigte, hab ich ihn damals probieren lassen – und dann von diesen 180 tagen gelesen, die man einhalten muss, bevor die babies beikost bekommen. dann gabs doch nur den löffel zum lutschen, während er bei uns saß. ich wollte das durchziehen. aber vor einer woche habe ich „aufgegeben“. nachdem er schon voll dabei war, alle reifezeichen erfüllte, gebe ich ihm seit einer woche regelmäßig etwas. und er liebt es. da er vorher nur mit löffel gespielt hatte, kann er auch essen schon selbst vom löffel lutschen 😀 … trotzdem war ich immer unsicher, ob ich einen fehler gemacht habe. was hältst du von diesen 180 tagen? lg anna

    • Iris Antworten

      Hallo Anna,

      leider habe ich deinen Beitrag erst jetzt gesehen, nachdem ihr schon lange mit der Beikost begonnen habt. Das mit den 6 Monaten ist ein Richtwert, wann man ca. mit Beikost starten kann bzw. soll. Manche Babys sind früher so weit, andere später. Meine zwei waren beide fünfeinhalb Monate alt, als sie nicht mehr zu stoppen waren. Von Anfang an haben sie sich sehr geschickt angestellt und großes Interesse am Essen gezeigt. Der Richtwert mit den 6 Monaten ist deshalb wichtig, weil viele Eltern es kaum erwarten können und Signale des Babys wie z.B. Interesse am Essen anderer als Beikostreife missinterpretieren. Babys mit 5 Monaten interessieren sich generell für fast alles und stopfen oft auch fast alles in den Mund. Deshalb geben wir gern den Tipp, einfach einen Löffel als „Spielzeug“ anzubieten und zu schauen, ob das Baby auch damit noch zufrieden ist. Wenn ja, dann kann man mit dem Beikoststart ruhig noch warten. Bei euch scheint ja alles gut geklappt zu haben. Dann brauchst du dir auch keine Sorgen zu machen.

      Alles Liebe
      Iris

  3. Anna Kromer Antworten

    Hallo ihr Lieben,
    ich bin mir ganz unsicher, was den Beikostbeginn betrifft. Mein Baby ist nun 6 Monate, allerdings haben wir schon vor gut 2 Wochen mit Beikost begonnen – und zwar durch Druck von Außen. Ich selbst war eigentlich nicht soweit, diesen Schritt zu machen und völlig naiv hab ich einfach angefangen, etwas zu geben. Mal Brei, mal festes Essen, um zu sehen, was er gern mag. Ich hätte vorgehabt, 6 Monate voll zu stillen und hab jetzt fast ein schlechtes Gewissen. Er bekommt was angeboten, wenn ich/wir essen – meist Frühstück und Mittag oder Abend. Manchmal kommt mir vor, dass er Breiiges lieber mag… heißt das, dass er vll doch noch nicht so weit ist? Oder spiegelt er meine Unsicherheit? Ich weiß nicht genau, was ich hören mag 😀 haha Habt ihr einen Tipp, wie ich weitermachen könnte?

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